Ostern- ein Fest im Zeichen von Mut und Hoffnung

Es ist der dritte Tag, nachdem Jesus gestorben ist. Der dritte Tag, den viele der Jünger:innen wahrscheinlich noch in Schockstarre verbringen. Ihr Hoffnungsträger ist tot. Der Mensch, von dem sie alle dachten, dass er die Welt in eine bessere Zeit führen würde.

Zwei Frauen machen sich schon früh auf den Weg zum Grab. Sie haben sich dazu entschlossen aus ihrer Schockstarre heraus zu treten und zum Grab zu gehen. Vielleicht um noch einmal vollends zu realisieren, dass Jesus wirklich tot ist. 

Doch als sie am Grab ankommen, da ist der Stein weggewälzt und Jesus ist weg. Sie finden bloß einen Engel vor, der ihnen zu ruft: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten sucht, doch er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ Mit einer Mischung aus Freude, aber auch einem guten Teil Angst gehen die Frauen zurück.

Und sie treffen Jesus und er spricht zu ihnen: „Fürchtet euch nicht!“

So wie die Engel es den Hirten zu rufen in der Nacht der Geburt Jesu, so hören die Frauen es nun auch gleich zweimal:

„Fürchtet euch nicht.“

Gründe zum Fürchten gibt es wohl in jedem Leben genug. So habe ich sehr oft gebangt, wenn ich auf mein Coronatestergebnis gewartet habe und auch heute begleitet die Angst vor einem positiven Ergebnis mich jedes Mal mit zum Testen.

Und auch die Entwicklungen in der Ukraine erfüllen mich mit Angst und lassen mich häufig in Sprachlosigkeit zurück.

Angst kann uns davon abhalten uns in Gefahr zu bringen, aber sie kann uns auch lähmen und davon abhalten etwas gutes zu tun.

Ich habe mich in den letzten Wochen sehr häufig gefragt, wie man Ostern feiern kann in diesen Zeiten, die mir überhaupt nicht hoffnungsvoll erscheinen. Wie soll ich Gottes Sieg über den Tod feiern, wenn ich doch gerade häufiger das Gefühl habe, dass Gott sehr sehr fern ist.

„Fürchtet euch nicht!“, ruft der Engel den Frauen zu. „Fürchtet euch nicht!“, das ist ein verbindender Satz zwischen Geburt und Auferstehung Jesu.

Es brauchte mutige Menschen, die trotz Verfolgungen weiterhin an Christus glaubten. Es brauchte mutige Menschen, die von der Auferstehung erzählten. Und es braucht mutige Menschen, die auch heute noch an ihrem Glauben und ihrer Hoffnung festhalten.

Ich möchte allen Menschen, die zur Zeit Mut brauchen zu rufen: „Fürchtet euch nicht!“

Fürchtet euch nicht, weiterhin mutig für euer Land einzustehen.

Fürchtet euch nicht, weiterhin zu demonstrieren gegen den Größenwahnsinn eines Machthabers.

Fürchtet euch nicht, zu helfen wo und wie ihr könnt.

Ostern ist ein Fest der Hoffnung und des Muts. Ostern ist ein Fest, welches uns von der Angst vor dem Tod befreit und uns die Hoffnung auf das ewige Leben gibt.

Fürchtet euch nicht! Denn der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

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