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Reisetagebuch: Kopenhagen

Es sind nicht die Postkartenmotive. Es sind nicht die bunten Häuser. Die Oper, der schwarze Diamant, die Kanäle oder die kleinen Schiffe überall, die mich an dieser Stadt faszinieren. Es sind nicht die Menschenmengen überall, die ohne Masken wieder vollends im normalen Leben angekommen zu sein scheinen. Es ist nicht die Metro, die Tag und Nacht führerlos auf den Schienen fährt. Es ist nicht die Marmorkirche aus Sandstein, nicht einer der Paläste mit ihren einladenden Parkanlagen.

Es ist die Mischung von Zukunft und Vergangenheit. Es ist das Durchqueren der imposanten Architektur. Es ist der Wind, der sich oft anfühlt, als ob jemand einem eine Packung Tiefkühlerbsen behände ins Gesicht drückt. Es ist das Leben, dass selbst auf dem Friedhof zu finden ist. Es sind die Fahrradtrauben, die sich durch die Straßen schieben. Es sind die Zimtschnecken, die kleinen Kaffeestände und das Smørrebrød.

Und nicht zuletzt ist es das Schwärmen des Jungen mit der Kuhfellweste, wenn er über seine neue Heimat spricht. Wenn er beeindruckend Kaffee oder Döner auf Dänisch bestellt. Wenn er erzählt, was er in diesen Straßen schon alles erleben durfte und welche Menschen ihm hier zur Seite stehen. Es sind die nächtlichen Spaziergänge mit Dosenbier. Die Eier Benedict zum Frühstück und das zusammengebrachte Bett, welches in Einzelteilen auf dem Balkon liegt.

Wahrscheinlich könnte dieser Mensch mit seiner Art einem selbst Castrop-Rauxel oder sogar Hagen (laut einem meiner Unidozenten die hässlichste Stadt Deutschlands) schmackhaft machen. Ich würde es zumindest auch darauf ankommen lassen…

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