img_1217

Sprache hat Macht- Gedanken über Stern, Doppelpunkt und Lücke

Beitrag mit Ton und Bild hier : https://youtu.be/afcXqpT-_YU

Stern, Doppelpunkt, Lücke oder doch Binnen-I? Ein heiß diskutiertes Thema zur Zeit. Das ist doch eine Verschandelung der Sprache und sowieso nimmt dieser Genderwahnsinn doch immer mehr zu! Wo soll das denn bloß enden? Vielleicht da, wo wir realisieren, dass es mehr als zwei Geschlechter braucht, wo wir lernen, dass sich Nicht-Männliche-Personen nicht mehr mitgemeint fühlen wollen. Sprache, ein Thema, was schnell mal die Gemüter erhitzt. Da gibt es die sogenannten Grammatiknazis, die den noch so kleinsten Fehler verbessern müssen, oder die Menschen, die vollkommen in ihrem Dialekt versinken. Da gibt es die, die irgendwann mal für eine Zeit im Ausland waren und nun Schwierigkeiten herauszufinden, was jetzt nochmal genau das spezielle Wort auf Deutsch war.

Zwei der prominentesten Geschichten über Sprache in der Bibel sind wohl der Turmbau zu Babel und das Pfingstwunder. Bei dem einen entfernen sich die Menschen, weil ihre Sprache verschieden wird, bei dem anderen werden sie verbunden, weil plötzlich jeder Mensch in seiner Sprache hören kann, was denn nun das Evangelium ist. Jesus verflucht an einer Stelle im Neuen Testament einen Feigenbaum, der daraufhin verdorrt bis zur Wurzel.

Worte, Sätze, Sprache hat Macht. Eine Macht aufzubauen, zu trösten, aber auch zu verletzen und zu zerstören. Sprache schafft Wirklichkeit. Sie schafft es, dass wir wahrnehmen, dass es nicht nur Feuerwehrmänner gibt, sondern auch Feuerwehrleute Brände bekämpfen können. Sie schafft es, dass jedermann auch wirklich alle sind.

Worte, Sätze, Sprache hat Macht. Eine Macht aufzubauen, zu trösten, aber auch zu verletzen und zu zerstören. Sprache schafft Wirklichkeit.

Die kleinste Veränderung wie ein Doppelpunkt, ein Sternchen oder auch nur eine Lücke, kann große Folgen haben. Ja gerade wahrscheinlich auch negative und Kritik. Aber die Folge kann auch sein: Ich heiße eine Person damit willkommen. Ich binde sie mit ein, mit ein in meine Wirklichkeit. Ich erkenne sie an.

Wenn ich also über Sprache nachdenke, dann denke ich an den Feigenbaum und welche Folgen Jesu Flüche hatten.

Worte, Sätze, Sprache hat Macht. Eine Macht aufzubauen, zu trösten, aber auch zu verletzen und zu zerstören. Sprache schafft Wirklichkeit.

Ich will, dass meine Sprache positive Folgen hat, dass sie aufbaut, dass sie tröstet, dass sie willkommen heißt.

Amen.

Kommentar verfassen