img_0519

Gedanken zur Jahreslosung #2

Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt. Aber was wenn ich nicht glauben will, nicht glauben kann. Woran soll ich in dieser Welt überhaupt noch glauben? 

Wälder brennen, Tiere sterben, unser Klima geht zugrunde…Menschen werden krank und sterben viel zu jung. Woran soll ich in dieser Welt denn da noch glauben? An das Schicksal, den Zufall? Die Wissenschaft oder süße kleine Feen?Woran soll ich in dieser Welt noch glauben, wenn es immer mehr Hass und viel zu wenig Menschlichkeit gibt. Wenn Parteien „Ausländer raus“ fordern und die meisten nur dumm nicken? Woran soll ich glauben? An Freundschaft? Die dann damit endet, dass der eine lügt, die andere schweigt und ich dann doch nur wieder ganz alleine da stehe….Woran soll ich glauben? An Liebe? Meine Liebe, die nur so ausgelebt werden darf, wie die Gesellschaft es nun mal will? Wenn Schwuchtel und Leckschwestern tagtäglich irgendwo zusammengeschlagen werden, wie soll man da denn noch lieben, wenn man nicht entscheiden darf wen?Woran soll ich noch glauben? An mich selbst? Mich, die doch wieder in Prüfungen versagt und ihre Zukunft aus den Augen verliert? Zu lange aufbleibt, verschläft…ja, das ganze Leben verschläft?

Da steht ein Mann mit seinem Sohn. Der Mann leidet, der Sohn leidet…wer von beiden mehr, dass weiß ich nicht. Der Mann ist verzweifelt, weil der Sohn in sich gefangen ist. Der Mann hat schon oft gehofft, dass jemand helfen kann…Beten, Ärzte und sogar Wunderheiler… Der Mann ist schon oft daran verzweifelt, dass seine Hoffnung enttäuscht wurde. Der Mann steht also nun, vor diesem Wanderprediger, diesem Jesus aus Nazareth. Dieser Prediger, dieser Wunderheiler, dieser Jesus aus Nazareth, der ist der einzige der noch helfen kann. Und schon ist da wieder ein kleines bisschen Hoffnung, an ganz kleines bisschen…Neben der Verzweiflung und den Enttäuschungen steht da Hoffnung…Alles ist möglich, dem der da glaubt?Ja, ich will doch glauben, denkt der Mann, ich will doch glauben und hoffen…aber ich weiß nicht ob ich kann…Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Ich glaube, hilf meinem Unglauben, fleht der Mann. Wenn selbst dieser Mann, der so oft enttäuscht wurde und so verzweifelt ist, versuchen kann zu glauben, dann kann ich auch meine Zweifel zulassen. Denn auch wenn ich nicht mehr weiß, woran ich auf Erden glauben soll, ist da etwas woran ich glauben kann und darf. Da ist jemand, auf den ich mich verlassen kann und zudem ich sprechen darf. Egal, wie fest ich gerade an diesen jemand glauben kann, egal, wo ich gerade stehe, darf ich mich festhalten an ihm, wie an einem Rettungsring. Egal, ob ich mit 10 von 10 Punkten sagen kann ich glaube an Gott, oder vielleicht noch nicht mal weiß ob es 0,1 Punkte sind.Vollkommen egal, ich sollte nicht und ich muss auch nicht können, aber ich darf immer daran glauben, dass Gott bei mir ist. 

Und dann richtet sich auch langsam in mir meine Hoffnung auf und ich kann wieder versuchen an Dinge, auf unserer Erde zu glauben, oder zumindest versuche Dinge, auf unserer Erde anders zu machen.

Kommentar verfassen