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Der Wunderschönste Mann

Der Wunderschönste Mann gehört auch zu meiner Sammlung. Wahrscheinlich ist er sogar derjenige dieser Sammlung, bei dem ich mir manchmal wünschen würde, dass Konversionstherapien funktionieren würden oder ich einen Penis hätte.

Kennt ihr die Schlussszene aus „Die Hochzeit meines besten Freunds“? Nein? Egal…man stelle sich vor, dass ich irgendwann auf der Hochzeit von dem Jungen in der Kuhfellweste und seinem Verlobten sitze. Ein bisschen melancholisch, weil mein 14- Jähriges Ich wohl gerne an der Stelle seines Verlobten gewesen wäre…nun ja…und dann sitze ich da alleine an einem Tisch und plötzlich klingelt mein Telefon. Und am anderen Ende ist der Wunderschönste Mann, der mich leider nicht begleiten konnte, weil er mal wieder irgendeine Krise bei einem Kunden lösen, 184 Mails beantworten oder die Welt vor einer Katastrophe retten musste. (Ich bin mir immer noch sicher, dass er über seinen Beruf nicht die Wahrheit sagt und In Wirklichkeit Geheimagent ist, nur eben in hübscher als James Bond)

Ich sitze also so da, aber im Gegensatz zum Film, hatte ich einfach nur soviel Gin Tonic, dass ich besoffen und sentimental bin. Und dann klingelt mein Telefon und diese wundervolle Stimme sagt: „Und wie lief es?“ Dann folgt ein Gespräch, was ziemlich belanglos ist. Aber dann plötzlich. Steht er vor mir, drückt mir einen Gin Tonic in die Hand und sagt: „Klau dir auch mal die Gurke aus meinem Gin Tonic. Ich habe mir extra einen für bestellt, obwohl ich ihn nicht trinken kann,weil ich dagegen allergisch bin, Herrgott.“

Tja, wenn das mal kein Heiratsmaterial ist, weiß ich auch nicht. Außerdem sind da noch der Bauernhof, die Yacht und alles weitere, was mein Leben als Miss Eurocent ausmachen würden. Wer jetzt denkt, dass ich lediglich auf sein Geld aus bin, lügt. Denn man ganz abgesehen von seiner Schönheit, seinem Geld und diesem geheimnisvollen mysteriösen Auftreten als seriöses erfolgreiches Mitglied dieser Gesellschaft, ist da noch so einiges. Intelligenz macht ja bekanntlich sexy und jedes Mal, wenn er „Sam’ma“ aus seinem Mund kommt, kann ich nicht verleugnen, dass ich dezent dahinschmelze. Aber genug rumgeschwärmt. Ich bin gerade nüchtern und mehr Gefühle gehen gerade nicht.

Der Wunderschönste Mann und ich haben uns irgendwann auf einer Party kennengelernt. Ich war dort mit dem Jungen in der Kuhfellweste und seinem Verlobten, über den ich auch nochmal mehr erzählen muss. Nun ja, zurück zur Party. Ich hatte anlässlich des Vorverlobungsantrags der Beiden meine Liebe zu Heisskleber entdeckt. Und so war dieser Spitzname geboren. Der Wunderschönste Mann hatte mich einfach so getauft. Dann habe ich ganz lange nicht gesehen. Ich tippe ja auf eine geheime Rettungsmission, aber ich kann mich auch irren.

4 oder 5 Jahre später…ich war mittlerweile von der Schwebebahn zur Mainzelbahn gezogen…hatte angefangen auf der Party des Schwulenreferats zu arbeiten und das zu tun, was einem leichtfällt: „Leute abstempeln.“ Da steht er plötzlich vor mir und lächelt mich an. „Die Heißkleberin“, sagte er lächelnd. Und so fing unsere gemeinsame Geschichte erst richtig an…“Die Heißkleberin und der Laubsäger“ Es folgten viele Kaffeetassen, Weinschorlen, geklaute Gin Tonic Gurken und Wahlhochrechnungs-Pizza-Abende. Hin und wieder hat er mir dann auch abgesagt, oder ist in 184 Mails untergegangen…(Geheimmissionen im Auftrag einer Geheimorganisation?)

Bleibt nur noch die Frage, wer mich aufheitert, wenn ich irgendwann mal auf seiner Hochzeit sitze…

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