Geburtstage

Irgendwie ist es schon seltsam, wie sich meine Einstellungen zu Geburtstagen über die Jahre hinweg immer geändert hat. Als Kind war ich immer total aufgeregt und konnte nicht schlafen. Beim Frühstück gab es dann immer eine Buttercremetorte mit Kerzen drauf oder auch einen Marmorkuchen. Jedes Jahr überlegten meine Mama und Ich uns, was wohl dieses Jahr das Motto sein könnte.

Meinen 14. Geburtstag wollte ich endlich mal draußen feiern, weswegen ich erst ein halbes Jahr später feierte. Es war ein komplettes Desaster, weil meine Gäste überhaupt nicht miteinander klar kamen…Da würde mir klar, dass ich das nie wieder erleben wollte.

Mein 18. Geburtstag war wohl einer der besten Abende, die ich erlebt durfte. Trotz des kalten Februars waren alle dem Motto “Reeperbahn und Rotlicht” gefolgt und hatten sich als Nutten, Zuhälter, Transen und Penner aufgestylt. Klar betrank man sich, aber niemand kotzte, niemand weinte und alle verstanden sich.

An meinem 19. Geburtstag bekam ich von meinen Freunden ein Geschenk, dass mich zum Weinen brachte : Eine CD mit Liedern, die selber eingesungen und gespielt hatten…

Für mich war mein Geburtstag immer von zwei Haupaspekten geprägt…Ich wollte das alle irgendwie glücklich sind. Ich wollte mich aber selber an diesem Tag nicht darum kümmern. Damit meine ich nicht das Essen und die Getränke, sondern das seelische Wohlbefinden.

An meinen darauffolgenden Geburtstagen habe ich für mich gelernt, dass ich da leider eine kleine Fanatikerin bin…Ich richtete mir in einem Jahr selber eine Geburtstagwoche aus…An jedem einzelnen Tag feierte ich meinen Geburtstag auf eine andere Art.

An meinem letzten Geburtstag habe ich nichts dergleichen gemacht…Ich bin an dem Abend zwar mit einigen Leuten etwas trinken gegangen, aber nicht um meinen Geburtstag feiern. Meine Oma verstarb letztes Jahr fünf Tage vor meinem Geburtstag. Da war kein Platz für Buttercremetorte mehr und auch für keine Mottoparty.

Die letzten bald 23 Jahre haben mir vor allem gezeigt:

1. Man kann den perfekten Geburtstag zwar planen, aber er wird anders verlaufen.

2. Es ist viel wichtiger mit wem man seinen Geburstag verbringt und nicht wie.

3. Es gibt da doch dieses hervorragende Cafe, wo ich mir mein Stück Buttercremetorte holen kann.

Wahrscheinlich werde ich bis in alle Ewigkeit nach dem perfekten Geburtstag suchen, aber jeder meiner Geburtstage war so perfekt, wie er eben sein kann.

Tags: No tags

Kommentar verfassen